Geographische Gesellschaft Würzburg

  1. Geschichte:
    1925 gründeten Geographen  der Univ. Würzburg die Geographische Gesellschaft, eine der späten Gründungen im Abflauen des „Gesellschafts-Boom“. Leider sind alle Unterlagen dazu mit der Zerstörung Würzburgs untergegangen. Das Wiederaufleben und die Blüte in den 1960er Jahren hängt eng zusammen mit dem Engagement von Prof. Julius Büdel, der als Vorsitzender bis 1979 die Geschicke der Gesellschaft  bestimmte. Ihm zur Seite stand als Generalsekretär 1974 bis 2005 Dr. Wolfgang Pinkwart, dem die Verwaltungsarbeiten oblagen. Nach Emeritierung von Prof. Büdel 1979 übernahm sein Nachfolger auf dem Lehrstuhl Physische Geographie, Prof. Dr. Horst Hagedorn, das  Amt. Mit seiner Emeritierung und Ernennung zum Ehrenvorsitzenden folgte ihm 2003 Prof. Dr. Roland Baumhauer, den vereinbarungsgemäß 2006 Frau Prof. Dr. Barbara Hahn ablöste. Seit 2008 fungiert Prof. Dr. Heiko Paeth als 1. Vorsitzender, ihm zur Seite stehe als Vertreter der regionalen Lehrerschaft der 2. Vorsitzende, Studienrat Felix Weinrich MA (Würzburg). Zum Generalsekretär wählte die Mitgliederversammlung 2005 nach Pensionierung von Dr. Pinkwart Herrn  Dr. Konrad Schliephake (c/o Institut für Geographie der Universität, Am Hubland, 97074 Würzburg).

  2. Spezifische Aktivitäten
    Gemäß dem Bildungsauftrag des Vereins  steht das Vortrags-Jahresprogramm mit 10 bis 12 Vorträgen an vorderer Stelle. Zu einem von der Mitgliederversammlung diskutierten Oberthema referieren Wissenschaftler, aber auch Praktiker aus dem deutschsprachigen Raum zu ausgewählten, bebilderten Themen. Besonderen Anklang findet die Dezember – Sitzung, auf der Studenten  von Großen  Exkursionen des Instituts berichten. Ebenfalls traditionell ist die 3-tägige Herbstexkursion, die in den letzten Jahren u.a. nach Trier,  Luxemburg u. belgische Ostkantone sowie 2009 in das Lippische Land und zur Varusschlacht führen.
    Soweit Mittel vorhanden sind, unterstützt die GGW  Vorträge, Kolloquien  und Besuche auswärtiger Wissenschaftler und vergibt  Reisekostenzuschüsse für junge Mitarbeiterinnen und  Mitarbeiter des Instituts. Sie ist Ansprechpartner   für eine Vielzahl von fachlichen Fragen aus dem Bereich der Mitglieder, aber auch von Unternehmen und Verlagen, und sie kooperiert dabei mit dem Alumni Geographie Würzburg, e.V. (gegründet 2004), dem Zentrum für Regionalforschung an der Univ. Würzburg und anderen verwandten Institutionen.

  3. Veröffentlichungen
    Seit 1953 gibt die GGW als „Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft Würzburg“ die Würzburger Geographischen Arbeiten heraus, zuletzt erschien Heft 101. Nachdem die frühere Unterstützung der Reihe durch die Universität und die Stadt Würzburg endete, tut sich das Herausgeber-Gremium schwer, ohne zusätzliche Finanzierung neue Bände, die insbes. In den Tausch gehen sollen, in Auftrag zu geben.
    Die seit 1975 bestehenden, von Gerhard O. Braun und W. Pinkwart begründeten „Würzburger Geographischen Manuskripte“ mit ihrer ausschließlichen Drittmittel-Finanzierung werden seit 2005 ebenfalls durch die GGW gefördert (nicht im Tausch). 2010 erschienen die Hefte 77 und 78.
    Der Vertrieb beider Reihen erfolgt durch den Generalsekretär.

  4. Mitglieder
    Die GGW hat Mitte 2010 143 aktive Mitglieder, insbesondere bestehend aus
    -    Erdkunde-Lehrern in der Region
    -    An Geographie interessierten Bürgern
    -    Unternehmen mit Interesse an Geographie und Standortfragen
    -    Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Instituts für Geographie der Univ. Würzburg.
    Die studentischen Mitglieder erhalten gegen geringe Gebühr eine Jahreskarte zum Besuch der Veranstaltungen (anderenfalls ist jeder Vortrag eintrittspflichtig), werden jedoch nicht listenmäßig erfasst (ca. 200 Karten p.a.).

  5. Veranstaltungsprogramm
    Unsere Vortragsprogramme zu einem jährlich neuen Thema  umfassen jeweils ein Jahr. Referentinnen und Referenten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum berichten mit Bildern und Graphiken aus ihren thematischen und regionalen Arbeitsgebieten.
    Unsere dreitägige Herbstexkursion führt in jährlich in ausgewählte Zielgebiete (2006: Mosel-Luxemburg-Belg. Ostkantone- Eifel; 2009: Lipper Land & Osnabrück; 2010: Elsaß & Vogesen; 2011: Köln und Umland) und ist als Fortbildungsveranstaltung für Lehrer anerkannt.
    Weitere kürzere Exkursion unter Leitung von GGW-Mitgliedern bieten wir auch Studenten als Pflichtveranstaltung an.
    Große Exkursionen (u.a. Saudi Arabien Ostern 2011)  sind  in Kooperation mit anderen Institutionen geplant.

  6. Literaturhinweise:
    BÜDEL, Julius (1982): Die deutschen Geographischen Gesellschaften als Bewahrer der Welt- und Landeskunde in den Stufen der großen Bürgerzeit 1828-1982, in: Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft zu Lübeck Heft 55, Lübeck, S. 7-22.
    BROGIATO, Heinz Peter (2005): Geschichte der deutschen Geographie im 19. und 20. Jahrhundert – ein Abriß, in: in: SCHENK, W. u. K. SCHLIEPHAKE (Hrsg.): Allgemeine Anthropogeographie (= Perthes Geographie Kolleg), Gotha & Stuttgart, S.  41-81.
    SCHENK, W.  u. K. SCHLIEPHAKE (2005) : Ländliche Räume in Franken – Einführung und  Widmung an Wolfgang Pinkwart, in:  W. Schenk u. K. Schliephake (Hrsg.): Ländliche Räume in Franken – Zustand und Entwicklungsimpulse (= Würzburger Geographische Manuskripte H. 70),Würzburg, pp IV- X.
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