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Deutsch Intern
    Alumni Geographie

    Regionalentwicklung München und Niederbayern (Herbst 2013)

    Fester Bestandteil unserer Aktivitäten ist mittlerweile die jährliche Exkursion geworden. Nicht zuletzt v.a. dank des intensiven Engagements unseres Mitglieds und Organisators Konrad Schliephake ist unsere zweitägige Oktoberexkursion nach Landshut und München reibungslos verlaufen. Auftakt war am Freitag Mittag der Besuch bei der Regierung von Niederbayern in Landshut, wo uns unser Alumnus Kristof Hofmeister in Empfang nahm. Dieser zeigte uns nach einer kurzen Vorstellung der Aufgaben in der Landes- und Regionalplanung allgemein die was die Planer zu bearbeiten haben und welche Fallstricke sich dort auftun.

    So galt es beispielsweise beim Ausbau des Hochwasserschutzes der Donau am konkreten Fall eines Altarms, wo ein steuerbarer Flutpolder errichtet wird, mannigfaltige Belange des Umweltschutzes (geschützte Tierarten), der siedelnden Bevölkerung, der Landwirtschaft, des Hochwasserschutzes etc. abzuwägen und daraus den bestmöglichen Ausbauvorschlag zu erarbeiten. Im Anschluss bekamen wir noch eine kurze geographische Stadtführung, in der wir anschaulich anhand einiger großer Bauprojekte in der Innenstadt Landshuts den Konflikt zwischen Denkmalschutz und Investoreninteressen erleben konnten (siehe Foto). Auf den Weg nach München gab uns unser Alumnus Thomas Hornung einen Einblick in sein Wirken bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft. Besonders der Wettbewerb im Nahverkehrsbereich und die daraus resultierende Fahrzeugvielfalt stellt die Unternehmen im Schienenverkehr schon heute, vielmehr aber noch in Zukunft vor große Herausforderungen. Im Anschluss zeigte uns unser Vorsitzender Oliver Baumann bei Vodafone in München die geographischen Aspekte seiner Arbeit in der Netzplanung und v.a. -optimierung vor Ort. Auch aktuelle Fragen wie die Integration des Kabel Deutschland Konzerns in das Unternehmen oder die Frage der Netzneutralität wurden diskutiert und kritisch hinterfragt. Schließlich ließen wird den Abend bei einem gemütlichen Beisammensein im Paulaner-Brauhaus ausklingen.

    Tag zwei stand dann v.a. im Zeichen der Gentrifizierung am Beispiel der Glockenbachviertels. Unsere ortskundigen Alumni Tobias Rödl und Michael Bentlage schärften unseren Blick für dieses vielbeachtete Thema, welches seit einiger Zeit auch in den öffentlichen Medien breit diskutiert und filmisch verarbeitet wird. Leerstand, Handwerksbetriebe, Ökosupermärkte, Wohungsbauprojekte, Szenelokale und viele weitere Nutzungen koexistieren auf engstem Raum, wobei die steigenden Mieten zusehend zahlungskräftiges Klientel erzwingen. Gerade in München bzw. dem Glockenbachviertel kommt dabei einigen Ladenlokalen und Mietern jedoch die Eigentümerstruktur der Immobilienbesitzer zu Gute, die oftmals noch in privater Hand sind und somit eine relativ persistente, oftmals kleinteilige Gebäudestruktur bewahren und - ob gewollt oder nicht - den Drang der Investoren in die innerstädtischen Viertel bremsen. Zum Ausklang dieser hochinteressanten Exkursion haben wir schließlich die Stadt nocheinmal hinter uns gelassen, um vor der malerischen Alpenkulisse am Ammersee zumindest kurz die Entstehung des Naturraums und dessen Bedeutung als Naherholungsdestination für die Metropole München Revue passieren zu lassen.