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Institut für Geographie und Geologie

STAGE – Einfluss der nachbarschaftlichen Stadtumwelt auf die Gesundheit der Menschen in Deutschland

Die Menschheit befindet sich inmitten einer gesellschaftlichen Transformation hin zu einer urbanen Spezies. Das starke Städtewachstum beeinflusst die urbane Struktur, welche in einen direkten Zusammenhang mit gesundheitsrelevanten Umwelteinflüssen wie beispielsweise Lärm oder Hitze gebracht werden kann. Einzelne positive und negative Einflüsse auf die Gesundheit, wie beispielsweise der Zugang zu Grünflächen oder lokal stärkere Hitzebelastungen in dicht bebauten Gebieten, wurden bereits hinsichtlich ihrer gesundheitlichen Auswirkungen untersucht. Die Ergebnisse zeigen eine räumliche und sozialstrukturelle Ungleichverteilung gesundheitlicher Belastungen in Deutschland auf. Eine großangelegte, das gesamte Bundesgebiet umfassende Untersuchung der Auswirkungen der Stadtumwelt auf die Gesundheit der Menschen sowie deren sozialräumliche Verteilung ist jedoch noch ausstehend.

Das übergeordnete Ziel der angestrebten Dissertation ist es deshalb, stadtstrukturell bedingte Auswirkungen auf die Gesundheit der Bewohner zu quantifizieren und deren räumliche Verteilung lokal, regional als auch national sowie in Bezug auf die Sozialstruktur der Bevölkerung in einem deutschlandweiten Ansatz zu untersuchen.

Diese Zusammenhänge werden im Rahmen der Arbeit erstmalig durch die Kombination modernster satellitengestützter Erdbeobachtung mit umfangreichen sozialwissenschaftlichen, geolokalisierten Umfragedaten systematisch analysiert werden. Die Methoden und frei verfügbaren Daten der Erdbeobachtung ermöglichen die Erfassung der Erdoberfläche einerseits mit großer räumlicher Abdeckung und andererseits mit hoher geometrischer Auflösung. Diese eignen sich dazu die Stadtstruktur auf Basis physischer Eigenschaften im international vergleichbaren Ansatz der „Local Climate Zones“ (LCZ) zu konzeptualisieren und für das gesamte Bundesgebiet flächendeckend abzuleiten. Da den zur Einteilung der LCZs verwendeten Umweltmerkmalen, wie Bebauungsdichte oder Grünanteil, in bisherigen Untersuchungen eine besondere Relevanz für die Gesundheit zugesprochen wird, birgt der Ansatz besonders für die umweltbezogene Sozialforschung großes Potential. Des Weiteren sollen sozialwissenschaftliche Daten aus der Längsschnittstudie „das soziooekonomische Panel“ (SOEP) in die Untersuchung aufgenommen werden. Diese basieren auf der jährlichen Befragung von etwa 30.000 Personen in Deutschland und adressieren, neben dem sozioökonomischen auch den gesundheitlichen Zustand der Bevölkerung.

Im Hauptteil des Dissertationsverfahrens soll durch die Kombination der aus Erdbeobachtungsdaten abgeleiteten LCZs und sozialwissenschaftlichen SOEP-Daten ein einzigartiger interdisziplinärer SOEP-Umwelt-Datensatz erstellt werden. Mithilfe dessen wird der Einfluss der Stadtumwelt auf die Gesundheit der deutschen Bevölkerung in einem empirischen Modell untersucht. So wird es erstmals möglich verschiedene gesundheitliche Einflussfaktoren der Stadtstruktur zu quantifizieren, das Gesundheitsrisiko im urbanen Raum flächendeckend zu bewerten sowie Gunsträume als auch Ungunsträume auszuweisen.

Die Erkenntnisse aus der fachübergreifenden Untersuchung sollen sozialstrukturelle und räumliche Unterschiede identifizieren, um als Unterstützung zur umwelt- und sozialgerechten, nachhaltigen Stadtentwicklung beizutragen.

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