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Institut für Geographie und Geologie

WASCAL

Die Sudan-Savanne gilt als eine der verwundbarsten Ökosysteme, insbesondere was die Auswirkungen des Klimawandels angeht. Gängige Klimamodelle sagen eine Zunahme an Dürre-Perioden sowie eine zunehmende Niederschlagsvariabilität für diesen Savannengürtel voraus. Diese Effekte werden sich nachteilig auf die Ernährungssicherheit auswirken, da insbesondere in der Sudan-Savanne die lokale Bevölkerung von den Ernteerträgen aus dem Regenfeldbau abhängig ist. Um Anpassungsmechanismen, Mitigations-Strategien und die Widerstandsfähigkeit des agro-ökologischen Systems der Sudan-Savanne zu stärken, ist es notwendig, auch auf lokalem Maßstab die Vorhersagegenauigkeiten von Klimamodellen zu steigern. In den Klimamodellen für Westafrika ist die größte Ungenauigkeit die nicht zureichende Erfassung der oft sehr fragmentierten und kleinräumigen Landnutzung, die sich zudem noch sehr stark verändert bzw. eine hohe Dynamik ausweist. In den Ländern Westafrikas fehlt es zudem auch an technischen Kapazitäten, Infrastruktur und dem „Know-how“, lokal angepasste Klima- und Ernte-Vorhersage-Modelle zu entwickeln und zu implementieren.

Oberstes Ziel des Vorhabens WASCAL (West African Science Service Center on Climate Change and Adapted Land Use: www.wascal.org) ist daher, diese regionalen Kompetenzen hinsichtlich Anpassungsmechanismen an den Klimawandel zu entwickeln und zu fördern. Im Wesentlichen soll das WASCAL Vorhaben

a) wissenschaftlich basierte Lösungen für ein besseres Verständnis des Klima-Systems und Auswirkungen des Klimawandels auf das Agro-Ökologische-System entwickeln sowie

b) Entscheidungsträgern fundierte Informationen bereitstellen, um Maßnahmen für den Erhalt wichtiger Ökosystem-Dienstleistungen, insbesondere im Hinblick auf die Ernährungssicherheit, zu entwickeln und zu bündeln.

Das WASCAL Vorhaben wird durch das Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn koordiniert und ein Kompetenzzentrum (Gebäude) soll in den nächsten Jahren in Burkina Faso etabliert werden. WASCAL wird mit Mitteln des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) unter dem Förderkennzeichen 01LG1001A gefördert.

Der Lehrstuhl für Fernerkundung der Universität Würzburg ist in WASCAL für die Erdbeobachtung zuständig und koordiniert das Arbeitspaket „Satellitengestützte Analyse der Landnutzung und der Landoberflächendynamik“. Ziel dieses WASCAL Arbeitspaketes ist es ein verbessertes satellitengestütztes Landnutzungs-Monitoring-System von landwirtschaftlichen Flächen, Anbausystemen und einzelnen Nutzpflanzen zu entwickeln. Nur mit einem besseren Verständnis der Landoberflächendynamik, auch auf lokalem Maßstab, können Klimawandel Adaptations- und Mitigations- Maßnahmen vorgeschlagen werden. Zudem ist der Lehrstuhl Partner der WASCAL Graduiertenschule „Klimawandel und Landnutzung“, die an der Universität Kumasi in Ghana angesiedelt ist.

Im Rahmen der Forschungen werden am Lehrstuhl multi-temporale, räumlich explizite und multi-spektrale Satellitendaten (Landsat, RapidEye, MODIS, etc.) im Hinblick auf die Heterogenität und die Dynamik von landwirtschaftlichen Flächen und Anbausystemen ausgewertet. Die Satellitendaten werden zeitlich so akquiriert, dass kritische Zeitfenster im Hinblick auf Pflanzenwachstumsphasen erfasst werden können. Felddaten werden zur Verifizierung der Satellitendaten herangezogen. Durch zeitlich gut abgestimmte Satellitendaten soll eine bessere Trennbarkeit einzelner Nutzpflanzen und Anbausysteme erreicht und deren Kartierung ermöglicht werden. Zunächst liegen dabei die drei WASCAL Forschungsgebiete in Burkina Faso, Ghana und Benin („core research sites“ mit einer Größe von jeweils 100-200 km2) im Fokus, ein letzter Schritt besteht dann in der Untersuchung der Übertragbarkeit der Methodik innerhalb der Sudan-Savanne.

Kontakt: Dr. Michael Thiel

Abb. 1. Satellitenbild der Sudan Savannen Region in Westafrika