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Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie

Vorträge zu Feministischen Wirtschaftsgeographien: Einladung zum Geographischen Kolloquium am 19. Mai und 30. Juni

06.05.2026

Am 19. Mai und am 30. Juni präsentieren Lea Zentgraf (FU Berlin) und Maria Velte (HU Berlin) ihre Forschungsergebnisse im Feld der feministischen Wirtschaftsgeographien im Rahmen des Geographischen Kolloquiums. Der Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie und die Dozierenden des Instituts für Geographie und Geologie laden Sie herzlich ein.

Foto: Lea Zentgraf

19. Mai 2026, 16 Uhr c.t., Zentrales Hörsaalgebäude Z6, 1.002

Lea Zentgraf (FU Berlin): Gender Matters: Wie Agrar- und Ernährungsbewegungen in Deutschland Geschlechtergerechtigkeit aushandeln

Was haben Zugang zu Land, Care Arbeit und Ernährung mit Geschlechtergerechtigkeit zu tun? Weltweit stellen Frauen 41% der Erwerbskräfte in der Landwirtschaft, in Deutschland sind es ein Drittel, doch sie haben ungleichen Zugang zu Land, Bildung und Ressourcen. Der Vortrag analysiert, wie Akteur*innen in deutschen Agrar- und Ernährungsbewegungen Geschlechtergerechtigkeit aushandeln und patriarchale sowie kapitalistische Strukturen politisieren. Auf Grundlage eines qualitativen Forschungsprojekts werden der Deutsche Landfrauenverband und das Emanzipatorische  Landwirtschaftsnetzwerk hinsichtlich ihrer feministischen Strategien und Praktiken sozial-ökologischer Transformation untersucht. Mithilfe der Konzepte Food Democracy und Care Economy analysiert der Vortrag, wie Transformationsprozesse hin zu einer gerechteren Ernährungs- und Agrarpolitik gestaltet
werden können.

30. Juni 2026, 16 Uhr c.t., Zentrales Hörsaalgebäude Z6, 1.002

Maria Velte (HU Berlin): Süd-Süd-Globalisierung in Ostafrika: Eine Annäherung an „Social Upgrading” im kenianischen und tansanischen Gartenbau

In der wirtschaftsgeographischen Forschung ging man davon aus, dass sich bei der Etablierung regionaler Wertschöpfungsketten eine Win-win-Situation für Akteur:innen im globalen Süden ergibt. Das Konzept des „Social Upgrading” zielt dabei auf die Verbesserung von Arbeitsbedingungen in  ertschöpfungsketten ab. Es vernachlässigt jedoch lokale Machtungleichheiten und strukturelle Abwertungsmechanismen. Der Vortrag beleuchtet am Beispiel Kenias und  tansanias, wie die zunehmende „Supermarktisierung“ im Obstund Gemüseanbau zwar neue Märkte für Kleinbäuer:innen und Saisonarbeiter:innen erönet, jedoch gleichzeitig Ausbeutung und soziale Spaltung vertieft. Dieser Vortrag präsentiert ein neues, arbeitszentriertes Verständnis von „Social Upgrading“, welches als gezielter Prozess zur Überwindung intersektionaler Fragmentierung und Ausbeutung hin zu Partizipationsgerechtigkeit deniert wird.

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