Dr. Raphaël KERVERDO
Tel.: +49 931 31-83386
E-Mail: raphael.kerverdo@uni-wuerzburg.de
Institut für Geographie und Geologie
Lehrstuhl für Geomorphologie
Am Hubland
97074 Würzburg
Campus Hubland Süd
Geographiegebäude
Zimmer 225
nach Vereinbarung
Hydrosedimentäre Prozesse bei Extremereignissen
Meine Forschung konzentriert sich auf die Charakterisierung extremer Fluss- und Wildwasserereignisse anhand ihrer Sedimentablagerungen in Verbindung mit einem geomorphologischen Ansatz. Ich verbinde geochronologische Methoden wie die Radiokarbondatierung (¹⁴C) und die optisch stimulierte Lumineszenz (OSL) mit klassischen sedimentologischen Analysen. Dieser Ansatz wird durch hochauflösende räumliche Quantifizierungstechniken, darunter luftgestütztes LiDAR, ergänzt, um die durch Extremereignisse ausgelösten geomorphologischen Veränderungen zu bewerten.
Meine Untersuchungsgebiete liegen vorwiegend in den Alpen und den Pyrenäen, wo ich die Sedimentdynamik und die Reaktion der Landschaft auf hydro-sedimentäre Prozesse hoher Intensität untersuche.
Erholungsphase nach extremen Hochwassereignissen
Anknüpfend an das vorangegangene Thema untersuche ich die Erholungsphase von Flusssystemen nach extremen Hochwassereignissen, wobei der Schwerpunkt auf Flüssen an der Mittelmeerküste liegt. Ziel ist es, die Zeit zu quantifizieren, die Flüsse benötigen, um nach einer starken Störung wieder in einen „gleichgewichtigen Zustand“ zurückzukehren. Angesichts der zunehmenden Häufigkeit und Intensität von konvektiven Ereignissen im Zusammenhang mit dem Klimawandel ist es von entscheidender Bedeutung, die Anpassungsprozesse nach solchen Ereignissen zu verstehen. Die Hauptziele sind: i) die Charakterisierung der internen Flussdynamik während der Erholungsphase, ii) die Verfolgung der Entwicklung des Sedimentsignals über einen Zeitraum (im Quartärmaßstab) und aus einer grundlegenderen Perspektive, iii) die Bewertung, wie Extremereignisse in den stratigraphischen Aufzeichnungen erhalten bleiben.
Ein zentraler Aspekt dieser Forschung betrifft den wachsenden Einfluss menschlicher Aktivitäten, insbesondere seit der Industrialisierung. Ich untersuche, wie Notfallmaßnahmen nach Ereignissen und Flussmanagement die Sedimentdynamik und die geomorphologische Erholung beeinflussen.
Mein Hauptuntersuchungsgebiet ist der Fluss Tech, ein Mittelmeer-Küstenfluss in den östlichen Pyrenäen (Frankreich).
Sedimentkontinuität, Vernetzung und kaskadierende Prozesse
Die zunehmende Verfügbarkeit hochauflösender digitaler Höhenmodelle hat zur Entwicklung von Konzepten wie Sedimentkonnektivität, Sedimentkontinuität und Sedimentkaskadenprozessen geführt. Ziel meiner Forschung ist es, den Sedimenttransport innerhalb von Einzugsgebieten während hydrologischer Ereignisse unterschiedlicher Intensität zu quantifizieren und zu modellieren. Mein Schwerpunkt liegt darauf, zu verstehen, wie verschiedene Umweltvariablen zusammenwirken, um den Sedimenttransport zu steuern. Einige zentrale Ziele lassen sich wie folgt definieren: i) Quantifizierung potenziell erodierbarer Sedimentmengen, ii) Identifizierung dominanter Strömungstypen und iii) Entwicklung eines systemischen Rahmens zur besseren Beschreibung von Sedimentkaskaden. Letztendlich trägt diese Arbeit dazu bei, die Kartierung der Anfälligkeit in bergigen Gebieten zu verbessern, insbesondere im Zusammenhang mit hydro-sedimentären Gefahren.
2026 – heute: Postdoktorand, Institut für Geographie und Geomorphologie, Universität Würzburg, Deutschland
2022 – 2025: Promotion, Institut für Geowissenschaften von Paris (ISTeP), Universität Sorbonne, Frankreich
2022: Geotechniker, Chambéry, Frankreich
2019 – 2021: Master in Erd- und Planetenwissenschaften und Umwelt, Universität Rennes 1, Frankreich
2015 – 2019: Bachelor in Erd- und Planetenwissenschaften und Umwelt, Universität Pau und Pays de l’Adour, Frankreich
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Extreme flood deposits in the Roya Valley during the Holocene: characterisation and recurrence intervals. . In Quaternary Science Reviews, 373, S. 109749. Elsevier BV, 2026.
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La mesure granulométrique par imagerie en contexte torrentiel : apports et perspectives des nouvelles méthodes par intelligence artificielle. . In Géomorphologie : relief, processus, environnement, 32(1), S. 23–40. OpenEdition, 2026.
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Stratigraphic record of an extreme hydro-sedimentary event in steep mountainous environments: a case study in the Roya Valley. . In CATENA, 269, S. 110054. Elsevier BV, 2026.
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The impact of Storm Alex on the Vievola catchment: a quantitative analysis of sediment volume and morphological changes in the Roya River tributaries. . In Landslides, 22(3), S. 753–761. 2025.
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Conséquences de la crue extrême du 2 octobre 2020 dans la vallée de la Roya (Alpes Maritimes) sur les réseaux de transport et de communication : leçons pour la reconstruction. . In Flux, N° 132(2), S. 98–114. CAIRN, 2023.
