Würzburger Wasser im Fokus: Studierende präsentieren fünf Perspektiven
14.07.2026Fünf Studierende der Geographie zeigen in einer Posterausstellung, wie vielfältig das Thema Wasser in Würzburg ist – von Hochwasser und Mikroplastik bis zu Wasseraufbereitung, -verfügbarkeit und -versorgung. Die Ausstellung ist noch bis Oktober 2026 im Gebäude für Geographie und Geologie am Campus Hubland Süd zu sehen.
Wie wird Würzburg mit Trinkwasser versorgt? Welche Folgen hat der Klimawandel für die lokale Wasserverfügbarkeit? Wie schützt sich die Stadt vor Hochwasser und Starkregen – und auf welchen Wegen gelangt Mikroplastik in die Umwelt? Mit diesen und weiteren Fragen haben sich fünf Studierende der Geographie im vergangenen Semester intensiv beschäftigt. Ihre Ergebnisse sind noch bis Oktober 2026 in einer Posterausstellung am Campus Hubland Süd zu sehen.
Die Poster entstanden im Rahmen des fachwissenschaftlichen Projekts „Würzburger Wasser“ unter der Leitung von Prof. Dr. Barbara Sponholz am Lehrstuhl für Geomorphologie (Institut für Geographie und Geologie). Ziel des Projekts war es, unterschiedliche Aspekte des Wassers in Würzburg wissenschaftlich zu untersuchen und die Ergebnisse allgemeinverständlich und anschaulich aufzubereiten. Dabei verbinden die Arbeiten naturwissenschaftliche Grundlagen mit aktuellen gesellschaftlichen und stadtplanerischen Herausforderungen.
Ein Poster widmet sich dem Thema Hochwasser und Starkregen. Es zeichnet bedeutende historische Hochwasserereignisse des Mains nach, erläutert die Veränderungen des ursprünglichen Flusslaufs und stellt die Hochwasserschutzmaßnahmen der Stadt vor. Zugleich wird deutlich, dass Starkregen auch unabhängig vom Wasserstand des Mains erhebliche Schäden verursachen kann. Besonders gefährdete Bereiche, mögliche Auswirkungen des Klimawandels sowie Maßnahmen einer wassersensiblen Stadtentwicklung werden ebenfalls thematisiert.
Die Arbeit „Mikroplastik in Würzburg – Quellen, Senken und Transportwege“ zeigt, auf welchen Wegen Kunststoffpartikel im Stadtgebiet freigesetzt und weitertransportiert werden können. Als mögliche Quellen werden unter anderem Straßenverkehr, Privathaushalte, Gewerbe, Weinbau und Abwasser genannt. Grünflächen, Kanalisation, Kläranlage und Main können dabei sowohl als Transportwege als auch als zeitweilige Speicher wirken. Ergänzend gibt das Poster Einblicke in die Untersuchung von Umweltproben mithilfe der NMR-Spektroskopie.
Mit der technischen Seite des Wasserkreislaufs beschäftigt sich das Poster zur Wasseraufbereitung in Würzburg. Am Beispiel des Wasserwerks Bahnhofstraße wird erläutert, wie Grundwasser durch Ultrafiltration, Aktivkohlefiltration und UV-Desinfektion zu Trinkwasser aufbereitet wird. Daneben stellt die Arbeit die mechanischen, biologischen und chemischen Reinigungsschritte im Würzburger Klärwerk vor. Auch die Behandlung und energetische Nutzung des anfallenden Klärschlamms werden berücksichtigt.
Ein weiteres Poster untersucht die Wasserverfügbarkeit in Würzburg. Geologie, Relief, Böden und Klima bestimmen gemeinsam, wie viel Wasser gespeichert wird, versickert oder oberflächlich abfließt. Während insbesondere der Buntsandstein günstige Grundwasserspeicher bilden kann, weisen die weitverbreiteten Muschelkalkgebiete häufig nur eine begrenzte Speicherfähigkeit auf. Steigende Temperaturen, höhere Verdunstung und längere Trockenperioden könnten die regionalen Wasserressourcen künftig zusätzlich belasten.
Das fünfte Poster zeichnet die Entwicklung des Wasserversorgungssystems der Stadt Würzburg nach. Es reicht von den historischen Planungen Balthasar Neumanns über den Ausbau des Leitungsnetzes bis zur heutigen Versorgung durch Brunnen, Hochbehälter, Quellen und Fernwasser. Gleichzeitig wird erläutert, wie wichtig Wasserschutzgebiete, eine leistungsfähige Infrastruktur und eine vorausschauende Planung angesichts wachsender Nutzungskonkurrenzen und klimatischer Veränderungen sind.
Die Ausstellung macht deutlich, wie vielfältig das Thema Wasser auf lokaler Ebene ist. Historische Entwicklungen, natürliche Standortbedingungen, technische Infrastruktur und aktuelle Umweltprobleme greifen eng ineinander. Die Poster laden dazu ein, Würzburg aus einer neuen Perspektive kennenzulernen und über den zukünftigen Umgang mit der Ressource Wasser nachzudenken.
Die Ausstellung ist noch bis Oktober 2026 im Gebäude für Geographie und Geologie (G1) am Campus Hubland Süd zu sehen. Die Poster befinden sich im Flur des zweiten Obergeschosses beim Lehrstuhl für Geomorphologie.



