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Institut für Geographie und Geologie

Erreichbarkeit in der Nahversorgung mit Lebensmitteln. Eine multidimensionale Konzeptionierung, Modellierung und Analyse auf der Basis empirischer Konsumentenbefragungen (DFG)

Die Ausdünnung des stationären Handelsnetzes hat in den letzten Jahren in städtischen Teilräumen und vor allem in ländlichen, dünn besiedelten Räumen zu beträchtlichen Lücken in der Nahversorgung geführt. Zudem verfügen zahlreiche kleinere Mittelzentren oder Unterzentren häufig über keine Lebensmittel-Vollsortimenter in innerstädtischen Lagen mehr und eine Versorgung ohne PKW ist oft nicht möglich. Dies hat zur Folge, dass große Teile der dortigen Bevölkerung von ungünstigen Versorgungssituationen und schlechten Erreichbarkeiten betroffen sind - vor allem Personen mit eingeschränkter Mobilität und geringen Mobilitätsmöglichkeiten. Im räumlichen Vergleich ergibt sich hier die Frage der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse bzw. der räumlichen Gerechtigkeit.

Das von der DFG geförderte Projekt (Projekt Nr. 467088138) mit einer Laufzeit von 36 Monaten fokussiert die Erreichbarkeiten und das räumliche Konsumentenverhalten der Lebensmittelnahversorgung sowie dessen Modellierung. Das Untersuchungsgebiet Mainfranken zeichnet sich durch unterschiedliche siedlungsstrukturelle Raum- und Gemeindetypen aus. Die relationalen Beziehungen zwischen Angebot und Nachfrage sollen im Kontext von Fragen der Erreichbarkeit in der Nahversorgung sowohl empirisch untersucht als auch unter Zugrundelegung einer multidimensionalen Operationalisierung von Erreichbarkeit in GIS-gestützte Modelle überführt und analysiert werden. Dabei werden drei wesentliche Ziele verfolgt:

  • Einen differenzierten Einblick in die (situative) Nutzung, Wahrnehmung und Zufriedenheit der Lebensmittelnahversorgung der Bevölkerung zu erhalten. Zusätzlich soll dabei auf die Rolle von werktäglichen Wegekopplungen sowie die Rolle des Online-Lebensmittelhandels eingegangen werden.
  • Die Verknüpfung von räumlichen Interaktionsmodellen und GIS-gestützten Erreichbarkeitsmodellen für die Lebensmittelnahversorgung. Dabei sollen neben makroskaligen Erreichbarkeitsanalysen durch eine zweiseitige Herangehensweise auch individuelle Perspektiven in den Modellen implementiert werden.
  • Verknüpfung der empirischen Ergebnisse der ersten beiden Ziele, um damit Erreichbarkeit in seiner Mehrdimensionalität nicht nur stichprobenhaft, sondern durch die Modellierung auf eine Grundgesamtheit bezogen hinsichtlich sozialer Gerechtigkeit zu bewerten