Teilprojekt 2: Sozialgeographie
Forschungsprojekt MainPro – Teilprojekt Sozialgeographie: Vulnerabilitätsanalyse und Adaptionsstrategien in der bauleitplanerischen Praxis
Das Maintalprojekt (MainPro) ist ein vom Freistaat Bayern aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördertes Vorhaben, das im Zeitraum 2023 - 2027 ökosystembasierte Lösungen für identifizierte Gefährdungsszenarien im fränkischen Maintal erarbeitet. Hauptziel ist die Reduzierung von Risiken für Mensch und Umwelt durch die Entwicklung und Implementierung grüner Infrastrukturen. Aufbauend auf praxisbezogenen Konzepten wird eine fundierte Grundlage für zukünftige Planungsentscheidungen geschaffen, um die Resilienz der Natur- und Kulturlandschaft nachhaltig zu optimieren.
Innerhalb dieses Rahmens widmet sich das Teilprojekt Sozialgeographie der Identifikation klimawandelbedingter Vulnerabilitäten von Siedlungs- und Infrastrukturflächen. Ziel ist die konzeptionelle Optimierung resilienzsteigernder Maßnahmen aus bauleitplanerischer Perspektive, wobei der Schwerpunkt auf fluvialen (Hochwasser) und pluvialen (Starkregen) Risiken liegt.
Zentrale Forschungsleitfragen
- Welche Siedlungs- und Infrastrukturflächen weisen eine erhöhte Vulnerabilität gegenüber pluvialen und fluvialen Risiken auf?
- Inwieweit werden diese Risiken bereits in der aktuellen informellen und formellen Bauleitplanung berücksichtigt?
- Wie können ausgewählte Kommunen ihre Planungsinstrumente optimieren, um die Resilienz nachhaltig zu stärken?
- Welche Rolle nehmen lokale Gemeinschaften, Verwaltungen und Unternehmen im Anpassungsprozess ein?
Untersuchungsgebiet
Das Untersuchungsgebiet umfasst das unterfränkische Maintal zwischen Lohr am Main und Haßfurt mit insgesamt 84 Kommunen. Die kreisfreien Städte Würzburg und Schweinfurt bleiben aufgrund ihrer administrativen Komplexität unberücksichtigt. Die Gebietskulisse wird im Projektverlauf sukzessive auf die im Sinne der Forschung relevantesten Raumeinheiten zugeschnitten.
Projektstatus & Zeitplan
✓
AP 1
Erledigt
✓
AP 2
Erledigt
AP 3
Aktiv
AP 4.1
Workshop
23.09.2026
AP 4.2
Vorbereitung
AP 6
Offen
Detaillierte Arbeitspakete (AP)
- AP 1: Erfassung der Planungsgrundlagen
Sichtung und digitale Aufbereitung der Flächennutzungs- und Bebauungspläne für das gesamte Untersuchungsgebiet. - AP 2: GIS-basierte Risikoanalyse & Datenintegration
Verschneidung der Bauleitpläne mit amtlichen Gefahrendaten sowie projektinternen Modellierungen. Zur Bewertung der sozialen Vulnerabilität erfolgt zudem die Integration soziodemographischer Daten (Zensus), um besonders sensible Siedlungsbereiche zu identifizieren. - AP 3: Empirische Erhebung
Durchführung von ca. 35 leitfadengestützten Interviews mit Akteuren aus Politik, Planung sowie spezifischen Akteuren der Verwaltung (z. B. Fachämter) zur qualitativen Informationserfassung (aktive Phase seit Februar 2026). - AP 4.1: Partizipative Vernetzung & Regionaler Workshop
Erstellung praxisnaher Fallbeispiele auf Grundlage der vorangegangenen Untersuchungsergebnisse. Organisation und Durchführung eines im Untersuchungsgebiet verorteten Workshops am 23.09.2026, unter Einbeziehung von Entscheidungsträger*innen, lokalen Akteurs- und Interessensvertretern sowie Teilen der Bevölkerung. - AP 4.2: Fachworkshop & Wissenschaftliche Reflexion
Systematische Aufarbeitung der Workshopergebnisse und deren kritische Diskussion im Rahmen eines Fachworkshops zur Einordnung im Sinne der ganzheitlichen Betrachtung. - AP 5: Ableitung von Handlungsempfehlungen
Synthese und Aufarbeitung aller Forschungsergebnisse zur Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen für die strategische kommunale Planungspraxis im Untersuchungsgebiet.
Allgemeine Projektübersicht
Drittmittelgeber: Freistaat Bayern, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst; EFRE
Laufzeit: 05/2023 - 09/2027
Projektleitung: Prof. Dr. Birgit Terhorst (Institut für Geographie und Geologie)
Teilprojektleitungen: Prof. Dr. Jörg Müller; Prof. Dr. Jürgen Rauh; Prof. Dr. Hannes Taubenböck; Prof. Dr. Tobias Ullmann
Ansprechpersonen und Abgeordnete:
- Prof. Dr. Jürgen Rauh (Teil-Projektleitung)
- Tobias Riemann (Projektmitarbeiter)
- Dr. Marcus Werner (Abgeordneter)
- Nils Karges (Abgeordneter)




