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Institut für Geographie und Geologie

Theorie trifft Praxis: Das mobile Lehr-Lern-Labor Orientierung der Geographiedidaktik

29.07.2026

Mit Kompass, GPS-Geräten und viel Entdeckergeist wurde das Gelände nahe der Siedlungsgrundschule Kitzingen zum Geographie-Labor unter freiem Himmel. Im mobilen Lehr-Lern-Labor (mLLL) Orientierung der Didaktik der Geographie der Universität Würzburg erforschten Grundschulkinder spielerisch ihre Umgebung, erstellten eigene Schatzsuchen und gestalteten anschließend ihre erste digitale Karte.

Abbildung 1: Materialkiste für das mLLL Orientierung. Foto: Thomas Amend

 

Zwei Vormittage lang verwandelte sich im Juni und Juli 2026 das Gelände nahe der Siedlungsgrundschule Kitzingen in ein lebendiges Forschungsfeld: Im Rahmen des mobilen Lehr-Lern-Labors (mLLL) Orientierung der Didaktik der Geographie erlebten insgesamt vier Grundschulklassen der 3. und 4. Jahrgangsstufen Geographie zum Anfassen. Konzipiert wurde dieses innovative Projekt im Rahmen von zwei wissenschaftlichen Zulassungsarbeiten der Studierenden Sharina Wieland und Felicia Schobert, um moderne geographische Arbeitsmethoden schülergerecht und handlungsorientiert in die Praxis umzusetzen und zu evaluieren.

Forschen im Gelände: Von Kompass und GPS zur eigenen Karte

Unter dem Motto „Entdecken, Verstehen und Anwenden“ erlernten die Grundschülerinnen und Grundschüler den praktischen Umgang mit analogen und digitalen Werkzeugen der Geographie. Ausgerüstet mit Kompass und GPS-Geräten navigierten die Kinder in Kleingruppen unter der Betreuung von jeweils zwei Studierenden eigenständig durch das Gelände, lösten spannende Orientierungsaufgaben, bestimmten ihre individuelle Doppelschrittzahl und schulten spielerisch ihr Raumvorstellungsvermögen, indem sie für andere Gruppen eigenständig eine Schatzsuche entwickelten. In jeder Schatzkiste wartete zudem eine kleine Erinnerung an diesen besonderen Tag.

Zurück im Klassenzimmer folgte der kreative und kognitive Abschluss: Die gesammelten Geodaten und Eindrücke wurden ausgewertet, woraufhin die Schülerinnen und Schüler mit Stolz ihre erste eigene digitale Karte erstellten.

Ein echter Gewinn für alle Beteiligten

Das Lehr-Lern-Labor versteht sich als klassische Win-Win-Situation für Schule und Universität:

  • Nutzen für die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte: Die Kinder verlassen den Klassenraum, erleben einen hochmotivierenden Projekttag und erwerben grundlegende Kompetenzen in der räumlichen Orientierung sowie im Umgang mit modernen Technologien. Die Lehrkräfte können ihre Schülerinnen und Schüler in einer anderen Unterrichtssituation erleben und gezielt beobachten. Zudem erhalten sie Einblicke in innovative technische, methodische und didaktische Ansätze.
  • Nutzen für die Studierenden: Die Studierenden wurden bei einem Vorbereitungstreffen auf dem Campus Nord auf ihren Einsatz in der Schule fachlich und methodisch vorbereitet. Pro Einsatztag übernahmen 16 Studierende die professionelle Betreuung der Klassen. Sie konnten theoretisch erlerntes Wissen unmittelbar in der Praxis erproben und wertvolle Erfahrungen in der Begleitung von Schülergruppen sammeln. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden nach Abschluss der Durchführung evaluiert und reflektiert.

Begleitet wurde das Projekt von Thomas Amend, Leiter der Didaktik der Geographie an der Universität Würzburg. Das Lehr-Lern-Labor zeigt eindrucksvoll, wie moderne Hochschuldidaktik und lebendiger Schulunterricht Hand in Hand gehen können, um Begeisterung für Geographie zu wecken.

Ausblick

Die Didaktik der Geographie arbeitet daran, dieses erfolgreiche Projekt künftig auch weiteren Grundschulen anbieten zu können.

Kontaktperson:

Thomas Amend
Didaktik der Geographie
thomas.amend@uni-wuerzburg.de

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