Von Schutzbauten bis Alpwirtschaft: Spannende Exkursionswoche im Allgäu
04.08.2026Zwischen Forscherpfad, Hochmoor und Starkregen: Eine Woche lang verwandelte sich die Gemeinde Bad Hindelang in ein Reallabor für Würzburger Geographie-Studierende und Kemptener Oberstufenschüler. Gemeinsam mit Experten vor Ort analysierten sie verschiedenste geographische Phänomene.
In einer seit vielen Jahren bewährten Kooperation absolvierten 16 Geographie-Lehramtsstudierende der Universität Würzburg eine geographische Exkursionswoche in und um Bad Hindelang. Unter der Leitung von Dr. Markus Pingold arbeiteten sie mit über 90 Oberstufen-Schülerinnen und -Schülern des Hildegardis-Gymnasiums sowie des Allgäu-Gymnasiums Kempten zusammen.
Los ging es am 29.06.2026 mit einer Auftaktveranstaltung im Hildegardis-Gymnasium. Unterstützt von Viktoria Sräga, der Marketingleitung von Bad Hindelang Tourismus, untersuchten die Schülerinnen und Schüler das Lebensraumkonzept der Gemeinde und erstellten dazu Instagram-Posts zu verschiedenen Themen. An den folgenden Tagen besuchte jeweils ein Geographie-Kurs die Region Bad Hindelang.
Landschaftsentstehung und Wildbachverbauungen
Angeleitet von den Studierenden und auf der Grundlage eines ausführlichen Feldbuchs untersuchten die Jugendlichen am Dienstag die Landschaftsentstehung auf dem neuen Geowelt Forscherpfad. David Kempter vom Wasserwirtschaftsamt Kempten gab der Gruppe zudem interessante Einblicke in den Bau und die Funktion von Murfangsperren im Allgäu. Er verdeutlichte, warum diese Schutzbauten durch den Klimawandel für die Bevölkerung immer notwendiger werden.
Alpwirtschaft im Dauerregen
Dass auch echter Allgäuer Dauerregen kein Hindernis für eine gelungene Wanderung ist, bewies die Exkursionsgruppe am Mittwoch. Auf einer Tour über das Strausbergmoos zur Sennalpe Mitterhaus führte Bene Besler die Gruppe anschaulich in die Abläufe und die große Bedeutung der regionalen Alpwirtschaft ein.
Tourismus und Landschaftswandel in Oberjoch
Im Mittelpunkt der Erkundungen am Donnerstag standen die aktuellen Entwicklungen im Tourismus sowie der Landschaftswandel in Oberjoch. Nach einer Führung durch das Panoramahotel Oberjoch mit Hoteldirektor Pascal Wörlé und einer Einführung zum Grenzgänger-Wanderweg durch Thilo Kreier stand eine Wanderung auf den Iseler auf dem Programm. Den Abschluss dieses intensiven Tages bildeten eine Nutzungskartierung in Oberjoch sowie der Besuch des Hochmoores Kematsrieder Moos.
Naturschutz und Geomorphologie in Hinterstein
Der letzte Tag der Exkursionswoche spielte sich in Hinterstein ab. Julia Empter-Heerwart von der Naturschutzverwaltung an der Regierung von Schwaben führte die Exkursionsgruppe in das Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen ein. Zudem standen eine Untersuchung der Ostrach sowie Rutschungsexperimente im Bereich der Heidachrinne auf dem Programm.
Ein voller Erfolg für alle Beteiligten
Die Woche war ein großer Gewinn: Die Schülerinnen und Schüler lernten komplexe geographische Themen direkt in der Praxis kennen, während die Studierenden wertvolle Erfahrungen bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Exkursionen sammelten.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen Expertinnen und Experten vor Ort sowie den beteiligten Lehrkräften Maren Brandenburg, Laura Schneider, Christoph Tenschert und Barbara Machunze vom Hildegardis-Gymnasium sowie Simone Kästner und Markus Keller vom Allgäu-Gymnasium.
Text: Dr. Markus Pingold
